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Lösendes Warm-Up: so wird dein Pferd geschmeidig und locker

Dass wir vor der Arbeitsphase 10 Minuten im Schritt aufwärmen sollten, weiß eigentlich jeder. Aber reicht das auch aus, um dein Pferd wirklich locker und rittig zu machen?

Nur Schritt auf ganzer Bahn zu gehen fördert zwar die Durchblutung der grundlegend an der Bewegung beteiligten Muskeln, aber trägt zum tatsächlichen Lösen nicht viel bei.

In diesem Blogpost gebe ich dir ein paar Übungen an die Hand, mit denen du tatsächlich den ganzen Körper deines Pferdes lösen und aufwärmen kannst, um dann ideal in die Arbeitsphase zu starten.


Warum ist lösende Aufwärmarbeit so wichtig?

Bevor wir in die Einzelheiten des Aufwärmprogramms eintauchen, lassen mich dir kurz erklären warum es so wichtig ist. Wie beim Menschen kann ein mangelhaftes Aufwärmen bei Pferden zu Verletzungen führen, da Muskeln und Gelenke noch nicht ausreichend durchblutet und weniger elastisch sind. Das birgt nicht nur ein Risiko für Verletzungen, sondern ist auch keine gute Voraussetzung für die Arbeitsphase, in der du ja Muskeln trainieren, Lektionen üben und sowohl aktive Hinterhand als auch einen schwingenden Rücken haben möchtest. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass dein Pferd vorher mit biegenden Lektionen, Übergängen und mobilisierenden Übungen den ganzen Körper aufgewärmt hat. Die Schrittphase ist nur der Anfang, und du solltest generell die ersten 20 Minuten deines Trainings als Aufwärmphase betrachten. Abgesehen von der körperlichen Vorbereitung auf das Training sollte auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich dein Pferd auch mental erst einmal auf das Training einstellen muss.

Im nächsten Abschnitt zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du eine optimale Aufwärmphase aufbauen kannst.


Lösende Übungen

  1. Lockeres Schritt-Tempo Beginne mit einem entspannten Schritt-Tempo, um die Muskulatur des Pferdes in Bewegung zu setzen. Lass dein Pferd dabei an einem lockeren, langen Zügel gehen, damit es den ganzen Körper strecken kann. Das Tempo sollte nicht eilig sein, jedoch auch kein langsames dahinschleppen.

  2. Große und kleine Kreise Bereits nach kurzer Zeit kannst du beginnen, dein Pferd auf dem Zirkel Schritt gehen zu lassen. Hier findet es langsam in die Biegung, streckt die äußere Körperseite und kontrahiert die innere Körperseite. Das innere Hinterbein beginnt weiter unterzutreten, die Hinterhand wird langsam aktiviert und die Gelenke gelockert. Verkleinere die Zirkel nach und nach, um die Biegung langsam zu verstärken.

  3. Integriere Stangen Bodenstangen und Cavaletti können genial zum Aufwärmprogramm beitragen. Dein Pferd muss seine Beine höher heben um sie zu übersteigen, was Bauch- und Rückenmuskulatur fördert, den Rücken aufwölbt und alle Gelenke mobilisiert. Gleichzeitig fördert das Stangentraining auch die Koordination deines Pferdes. Probiere 3-4 Stangen hintereinander, auf gleicher oder unterschiedlicher Höhe. Auch der Stangenfächer auf einer Volte ist eine ideale Übung, ganz besonders die Beweglichkeit, Koordination und Biegung fördert. Bevor du dein Pferd auf einer Volte über gefächerte Stangen gehen lässt, sollte es jedoch bereits auf Zirkeln und größeren Volten in der Biegung aufgewärmt sein.

  4. Schenkelweichen Schenkelweichen wärmt die innere Oberschenkelmuskulatur und die seitliche Kruppenmuskulatur auf und beansprucht besonders die schräge Bauchmuskulatur. Außerdem mobilisiert es Hüfte und Schulter. Beginne erst mit kurzen Abschnitten und verlängere sie dann.

  5. Trab-Übergänge Nachdem du dein Pferd im Schritt aufgewärmt hast und es sich bereits gut biegen lässt, kannst du mit Trab-Übergängen beginnen. Lass auch hier den Zügel zunächst länger und erlaube deinem Pferd, sich nach vorn zu strecken. Wechsel hier regelmäßig zwischen Schritt und Trab und variiere auch die Geschwindigkeit. Dein Pferd sollte hier bereits fleißig vorwärts traben. Viele Übergänge aktivieren die Hinterhand und beanspruchen Bauch- und Rückenmuskulatur, da dein Pferd immer wieder abwechselnd Schubkraft leisten und abbremsen muss. Auch in der Trabphase solltest du nun möglichst viele gebogene Linien wie Zirkel und Schlangenlinien einbeziehen, um die Biegung weiter zu fördern.

  6. Galopp-Übergänge: Zum Ende der Lösungphase solltest du auch bereits kurze Galoppphasen an einem längeren Zügel reiten. Die schwungvolle Bewegung mobilisiert und aktiviert den ganzen Körper und bereitet dein Pferd wunderbar auf die folgende Arbeitsphase vor.

Ein gut durchgeführtes Aufwärmprogramm trägt entscheidend zu einer guten Reiteinheit bei. Es fördert die Geschmeidigkeit, lockert die Muskulatur und verhindert Verletzungen. Da jedes Pferd anders ist, muss auch die Aufwärm- und Lösungsphase immer individuell gestaltet werden. Achte darauf, was dein Pferd gut kann und wo es Probleme hat und pass die Aufwärmphase entsprechend an.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Post ein paar gute Ideen für dein nächstes Training an die Hand geben konnte!

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