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5 Power-Lektionen für eine starke Hinterhand

Mehr Tragkraft, bessere Balance und gesunde Bewegung

Wenn die Hinterhand nicht richtig arbeitet, leidet der ganze Körper des Pferdes. Taktprobleme, fehlender Schwung, ein fester Rücken oder mangelnde Balance sind oft keine Trainings-, sondern Kraft- und Koordinationsprobleme der Hinterhand. Genau hier setzen gezielte Power-Übungen an.

In diesem Post verrate ich dir die Top Übungen, mit denen du garantiert die Hinterhand deines Pferdes stärken kannst.


Warum die Hinterhand der Schlüssel zur gesunden Bewegung ist


Die Hinterhand ist der zentrale Motor des Pferdes. Sie erzeugt Schubkraft, übernimmt Tragarbeit und überträgt Energie über den Rücken bis zur Vorhand. Nur wenn die Hinterhand aktiv unter den Schwerpunkt tritt, kann sich der Rücken aufwölben und die Bewegung losgelassen und kraftvoll werden.

Eine schwache oder schlecht koordinierte Hinterhand führt häufig zu:


  • fehlender Lastaufnahme

  • Spannung im Rücken

  • Vorhandlastigkeit

  • eingeschränkter Bewegungsqualität


Gezieltes Hinterhandtraining verbessert nicht nur die Muskulatur, sondern auch Balance, Koordination und Körpergefühl.


Was gute Hinterhand-Lektionen ausmacht


Effektive Übungen für die Hinterhand erfüllen drei Kriterien:

  • sie aktivieren Hüft-, Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur

  • sie fördern das Untertreten der Hinterbeine

  • sie verbessern die Kraftübertragung über den Rücken


Die folgenden fünf Übungen erfüllen genau diese Punkte und lassen sich flexibel in jedes Trainingskonzept integrieren.


1. Stangenarbeit & Cavaletti

Stangenarbeit nutze ich sehr gern, um die Hinterhand sanft, aber wirkungsvoll zu aktivieren. Dein Pferd muss dabei die Hinterbeine bewusster anheben und weiter unter den Körper setzen. Das passiert ganz automatisch, ohne dass du aktiv „mehr machen“ musst. Hüfte und Sprunggelenke werden beweglicher, die Muskulatur in der Hinterhand beginnt zu arbeiten und der Rücken kann besser mitschwingen.


Warum diese Übung so effektiv ist:

  • fördert aktive Bewegung der Hinterbeine

  • verbessert Koordination und Gleichgewicht

  • stärkt die tragende Muskulatur


Variation:

Je nachdem, wie fit dein Pferd gerade ist, können wir im Schritt oder im Trab arbeiten. Leicht erhöhte Stangen oder gebogene Linien verändern den Bewegungsablauf zusätzlich und sprechen die Muskulatur noch etwas gezielter an. Wichtig ist mir dabei immer, dass die Bewegung ruhig und flüssig bleibt – es geht nicht um Höhe oder Tempo, sondern um saubere, aktive Schritte.


2. Bergauf- und Bergab-Arbeit

Arbeit am Hang ist eine der natürlichsten Möglichkeiten, die Hinterhand zu kräftigen. Bergauf muss dein Pferd mehr Kraft aus der Hinterhand entwickeln, um den eigenen Körper nach vorne und oben zu tragen. Das fördert ganz automatisch Tragkraft, Stabilität und eine aktive Rückenmuskulatur.

Versuche besonders, dein Pferd entgegen der Steigung langsam ein paar Schritte rückwärts gehen zu lassen.


Warum diese Übung so effektiv ist:

  • kräftigt Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur

  • verbessert Stabilität und Balance

  • aktiviert die Rückentätigkeit


Tipp:

Ich empfehle hier kurze Strecken in ruhigem Tempo. Wenige, gut ausgeführte Wiederholungen reichen vollkommen aus. Auch bergab zu arbeiten ist sinnvoll, weil dein Pferd dabei lernt, sein Gewicht kontrolliert aufzunehmen und das Gleichgewicht zu halten. Beides zusammen ergibt ein sehr ausgewogenes Training für die Hinterhand.


3. Rückwärtsrichten

Das Rückwärtsrichten ist eine kleine Übung mit großer Wirkung. Sobald dein Pferd korrekt rückwärtsgeht, verlagert es sein Gewicht auf die Hinterhand und beginnt, tragend zu arbeiten. Gleichzeitig braucht es viel Koordination und Körperspannung, um ruhig und gleichmäßig zu bleiben.


Warum diese Übung so effektiv ist:

  • aktiviert tiefe Tragkraftmuskulatur

  • fördert Koordination und Körperspannung

  • unterstützt Versammlungsfähigkeit


Steigerung:

Ich baue das Rückwärtsrichten gern in kurzen Sequenzen ein, zum Beispiel ein paar Schritte rückwärts und dann wieder vorwärts. Später können wir auch einzelne Stangen nutzen, um die Übung etwas anspruchsvoller zu gestalten. Wichtig ist mir, dass dein Pferd ruhig bleibt und nicht eilig wird – Qualität geht hier ganz klar vor Quantität.

4. Seitwärtsbewegungen

Seitwärtsbewegungen sind besonders wertvoll, um die Hinterhand differenziert anzusprechen. Dein Pferd lernt dabei, ein Hinterbein vermehrt zu belasten, während das andere unter den Schwerpunkt tritt. Das verbessert nicht nur die Kraft, sondern auch die Beweglichkeit und das Körpergefühl.

Nutze hier besonders das Übertreten auf dem Zirkel oder Schenkelweichen.


Warum diese Übung so effektiv ist:

  • verbessert das Untertreten der Hinterbeine

  • fördert gleichmäßige Muskelarbeit

  • steigert Balance und Durchlässigkeit


Variation:

Am Anfang reichen kleine Winkel und kurze Strecken völlig aus. Mir ist wichtig, dass sich die Bewegung für dein Pferd leicht und fließend anfühlt. Wenn es die Übung verstanden hat und stabil bleibt, können wir die Seitwärtsphasen langsam ausbauen. So fördern wir die Hinterhand, ohne Spannung aufzubauen.


5. Übergänge und Tempowechsel

Übergänge sind ein ganz zentraler Bestandteil im Hinterhandtraining. Jedes Mal, wenn dein Pferd sauber zwischen den Gangarten oder im Tempo wechselt, muss es sich neu ausbalancieren und Last aus der Hinterhand aufnehmen. Genau das wollen wir erreichen.


Warum diese Übung so effektiv ist:

  • stärkt die tragende Funktion der Hinterhand

  • verbessert Reaktionsfähigkeit und Körperspannung

  • unterstützt einen elastischen Rücken


Ich achte dabei darauf, dass die Übergänge ruhig vorbereitet und klar geritten oder geführt werden. Auch kleine Tempounterschiede innerhalb eines Gangs sind sehr wertvoll. Wichtig ist, dass dein Pferd dabei nicht schneller wird, sondern wirklich beginnt, mehr zu tragen und sich besser zu organisieren.


So integrierst du die Übungen sinnvoll ins Training


  • lieber kurze, saubere Einheiten als lange Wiederholungen

  • regelmäßig variieren, um Überlastung zu vermeiden

  • auf Losgelassenheit achten – Spannung blockiert Kraft


Schon zwei bis drei gezielte Hinterhand-Impulse pro Einheit reichen aus, um nachhaltige Effekte zu erzielen.


Fazit

Eine starke Hinterhand ist die Grundlage für gesunde, kraftvolle Bewegung. Die fünf Power-Übungen kombinieren Muskelaufbau, Koordination und Balance und lassen sich einfach in den Trainingsalltag integrieren. Richtig angewendet verbessern si

e nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch das Wohlbefinden deines Pferdes.

 
 
 

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